{"id":533,"date":"2021-01-14T17:15:20","date_gmt":"2021-01-14T16:15:20","guid":{"rendered":"http:\/\/wordpress.p126162.webspaceconfig.de\/?p=533"},"modified":"2021-01-14T17:15:49","modified_gmt":"2021-01-14T16:15:49","slug":"kurzes-artist-statement-2018-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/skadi.de\/en\/kurzes-artist-statement-2018-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2-2\/","title":{"rendered":"durchwebtes Land &#8211; Skadi Engeln \/ Malerei und Druckgrafik <br> <span style='color:grey;font-size:12px;'>24.04.16-05.06.16, Zionskirche Berlin<\/span>"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><i>Er<\/i><i>\u00f6<\/i><i>ffnungsrede am 24.4.16, Pfarrerin Eva-Maria Menard<\/i><\/p>\n<p class=\"bodytext\"><i>Ach ich bin viel zu wenig,<\/i><i>\u00a0<\/i><i>\/ zu r<\/i><i>\u00fc<\/i><i>hmen seinen Ruhm;<\/i><i>\u00a0<\/i><\/p>\n<p class=\"bodytext\">\/ der Herr allein ist K\u00f6nig, \/ ich eine welke Blum.<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><i>\/ jedoch weil ich geh<\/i><i>\u00f6<\/i><i>re \/ gen Zion in sein Zelt,<\/i><i>\u00a0<\/i><\/p>\n<p class=\"bodytext\"><i>\/ ist<\/i><i>\u2018<\/i><i>s billig, dass ich mehre \/ sein Lob vor aller Welt.<\/i><i>\u00a0<\/i><\/p>\n<p class=\"bodytext\">Ein altes Kirchenlied ist das. Die Worte stammen von von Paul Gerhard, die Melodie von Johann Georg Ebeling. Beide lebten im 17. Jahrhundert. Ferne und finstere Zeiten waren das damals. Und doch stimmten die beiden ein Loblied an, ein Loblied zwischen Himmel und Erde, und all dem was dazwischen ist. Und \u201cich\u201c mitten drin als mehr oder minder welke Blum.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Dieses Lied f\u00e4llt mir zu den Sonnenblumen von Skadi Engeln ein. Welke Blum. Sie sind nicht welk, aber sie tragen Spuren des Verg\u00e4nglichen. Sie lassen durchscheinen, sind durchsichtig. Sie tragen in sich die Sch\u00f6nheit und die Verletzlichkeit des Lebens. Wie Menschen stehen sie da vor dem Horizont einer Landschaft, vor dem Horizont ihres Lebens. Stehen aufrecht oder neigen ihre H\u00e4upter, wenden sich einander zu und voneinander ab.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Auf den Bildern von Skadi Engeln ist vieles zu entdecken, vieles zu ersehen zwischen Himmel und Erde, von oben und von unten und dazwischen, bis zum Horizont und weiter.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Auf den ersten Blick: fr\u00f6hliche Farben, beruhigende Landschaften &#8211; so sagte mir gestern einer, in dessen Wohnung &#8211; seit 2011, Skadi Engelns ersten Ausstellung hier in der Zionskirche-\u00a0 zwei Bilder von ihr \u00a0h\u00e4ngen.\u00a0Aber dann ist da noch was, etwas, was die Ruhe st\u00f6rt, die vermeintliche Beschaulichkeit irritiert. Es ist gut, dass sie da ist, diese Irritation, diese Beunruhigung.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Skadi Engeln hat ihre Bilder nach Fukushima \u201eSt\u00f6rbilder\u201c genannt. Ein leichter Schleier, fast unsichtbar, legte sich \u00fcber ihre Bilder und lie\u00df fragen, fragen nach dem Dahinter des vordergr\u00fcndig Fr\u00f6hlichen und Beruhigenden. Nun eine leichte \u00c4nderung: \u201edurchwebtes Land\u201c, durchwebte Bilder, Bilder, welche die Spuren von Menschen tragen. Die Webf\u00e4den nun vertikal und horizontal, ambivalente Spuren.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Sie zeigen mir, machen mir bewusst: in alle Landschaften hat sich der Mensch eingebracht, alle Naturlandschaften sind zugleich auch Kulturlandschaften, gewirkt und \u00a0gepr\u00e4gt vom menschlichen \u00a0Gestaltungswillen, durchzogen vom roten Faden menschlichen Wirkens.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Manchmal harmonisch: Ich war gerade im Oderbruch, eine Landschaft, die erst durch massives Eingreifen des Menschen entstand. Dort grasen heute Schafe und K\u00fche\u00a0 auf saftigen Wiesen neben bl\u00fchenden Rapsfeldern und alles wirkt nat\u00fcrlich und hat es doch so vor 300 Jahren noch nicht gegeben. \u00a0Ja manchmal harmonisch, manchmal fragw\u00fcrdig, manchmal unheimlich, manchmal bedrohlich ist dieser rote Faden menschlichen Wirkens.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Wir zeigen die Bilder von Skadi Engeln im Kontext 30 Jahre Tschernobyl, 5 Jahre nach Fukushima. Im diesem\u00a0 Kontext versinnbildlicht f\u00fcr mich diese Ausstellung die Verantwortung, die wir in unserem Gestaltungswillen tragen: Verantwortung f\u00fcr die Sch\u00f6nheit, Verantwortung f\u00fcr die Folgen unserer Gestaltung, unseres Eingreifens.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">In der Bibel steht:<\/p>\n<p class=\"bodytext\"><em>Und Gott schuf den Menschen nach seinem Bild.<\/em><br \/>\n<em>Als Gottes Ebenbild schuf er sie.<\/em><br \/>\n<em>Er schuf sie als Mann und Frau.<\/em><br \/>\n<em>Gott segnete sie und sprach zu ihnen:<\/em><br \/>\n<em>\u00bbSeid fruchtbar und vermehrt euch!<\/em><br \/>\n<em>Bev\u00f6lkert die Erde und nehmt sie in Besitz!<\/em><br \/>\n<em>Herrscht \u00fcber die Tiere im Meer und in der Luft!<\/em><br \/>\n<em>Bestimmt \u00fcber das Vieh und alles Getier am Boden!<\/em><\/p>\n<p class=\"bodytext\">Die F\u00e4higkeit und die M\u00f6glichkeit des Menschen ist keine Selbsterm\u00e4chtigung, sondern Gabe Gottes und Aufgabe, die uns mahnt zu erhalten und zu pflegen, nicht zu zerst\u00f6ren.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">\u201eDurchwebtes Land\u201c- Skadi Engeln hat einen gro\u00dfen Teil der Bilder extra f\u00fcr die Zionskirche gemalt. Gro\u00dfe Bilder f\u00fcr diesen gro\u00dfen Raum, der sie aufnimmt mit ihrer Sch\u00f6nheit mit ihrer Irritation wie ein bergendes Zelt. \u00a0Aller\u00a0Erfolg und alle Schuld, die der Mensch durch sein Eingreifen auf sich lud, haben hier einen Raum. Im Singen, im Beten, im Bilder malen, im Bilder Schauen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Sch\u00f6n, liebe Skadi Engeln, dass sie diesen Raum entdeckt haben, f\u00fcr sich, f\u00fcr ihre Bilder und damit f\u00fcr uns. Vielen Dank.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Er\u00f6ffnungsrede am 24.4.16, Pfarrerin Eva-Maria Menard Ach ich bin viel zu wenig,\u00a0\/ zu r\u00fchmen seinen Ruhm;\u00a0 \/ der Herr allein ist K\u00f6nig, \/ ich eine welke Blum. \/ jedoch weil ich geh\u00f6re \/ gen Zion in sein Zelt,\u00a0 \/ ist\u2018s billig, dass ich mehre&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"om_disable_all_campaigns":false,"_monsterinsights_skip_tracking":false,"_uf_show_specific_survey":0,"_uf_disable_surveys":false,"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[46],"tags":[],"class_list":["post-533","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-doku"],"translation":{"provider":"WPGlobus","version":"3.0.2","language":"en","enabled_languages":["de","en"],"languages":{"de":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"en":{"title":false,"content":false,"excerpt":false}}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/skadi.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/533","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/skadi.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/skadi.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/skadi.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/skadi.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=533"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/skadi.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/533\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":536,"href":"https:\/\/skadi.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/533\/revisions\/536"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/skadi.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=533"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/skadi.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=533"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/skadi.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=533"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}