{"id":497,"date":"2021-01-14T15:54:25","date_gmt":"2021-01-14T14:54:25","guid":{"rendered":"http:\/\/wordpress.p126162.webspaceconfig.de\/?p=497"},"modified":"2021-01-14T15:54:38","modified_gmt":"2021-01-14T14:54:38","slug":"kurzes-artist-statement-2018-2-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/skadi.de\/en\/kurzes-artist-statement-2018-2-2\/","title":{"rendered":"\u00dcber meine Arbeit, Skadi Engeln"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Landschaft l\u00f6st sich auf in Licht, Wasser, Wetter. Und durch den Menschen. Dank ihrer Schwerkraft setzt sie sich immer wieder aufs Neue zusammen. In ihren \u00dcberg\u00e4ngen enthu\u0308llt sie ihr Wesen, ihre Transzendenz und ihre Sch\u00f6nheit. Wie die Landschaft wei\u00df auch die Malerei das Konkrete, das Feste, das Sichtbare, das uns Vertraute aufzul\u00f6sen.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Landschaft als Synonym fu\u0308r Welt reflektiert dem Betrachter dahinterliegende Wirklichkeiten, Wahrheiten, verschlu\u0308sselt sie, l\u00e4sst sie wieder durchscheinen und gibt sie nur ann\u00e4hernd preis. Der Horizont als zentraler Ort in meinen Arbeiten trennt und verbindet das Oben und Unten, das Davor und Dahinter.<br \/>\nFiltert die Landschaft schon Dahinterliegendes, ist der menschliche Blick an sich beeinflusst, gepr\u00e4gt, verstellt. Ich versuche nicht, Dahinter- oder Davorliegendes zu entschlu\u0308sseln. Das Geheimnis soll bewahrt bleiben, ebenso die Sch\u00f6nheit, die vielleicht grade in der Verschlu\u0308sselung, im Geheimnisvollen liegt.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Seit 2001 befasse ich mich intensiv mit abstrakter Landschaftsmalerei. In meiner aktuellen Arbeitsweise erscheinen die Landschaften verdeckt durch einen Vorhang, einen Schleier, gest\u00f6rt, irritiert, durchwebt von Linien oder Streifen. Sie schaffen Distanz zwischen Landschaft und Betrachter. Es k\u00f6nnte sich um Landschaftsbeobachtungen aus einem fahrenden Zug handeln, in dessen Scheiben sich sein Inneres spiegelt &#8211; die zerkratzt sind und an denen Masten rhythmisch den verschmelzenden Blick in die Weite unterbrechen. Um Gardinen, die von der Welt schu\u0308tzend trennen. Um technische Fehler von Bildschirmen, an denen Landschaftsaufnahmen betrachtet werden &#8211; um Musik, Gedanken und Gespr\u00e4che, die einen Spazierenden bewegen und sich so in seine Wahrnehmung und Erinnerung an die Landschaft einweben.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Die serielle Aufteilung eines Motives auf mehrere Untergru\u0308nde spielt auf Fotoreihen an, die einen zuru\u0308ckgelegten Weg dokumentieren. Es geht um den menschlichen, beobachtenden Blick, seine Verarbeitung und seine Wechselwirkung mit dem Beobachteten, der Landschaft. Und somit auch um den Einflu\u00df des Beobachtenden, des Menschen, auf die Landschaft.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Ich habe im Fru\u0308hjahr 2011 meine Landschaften zu \u201cst\u00f6ren\u201d begonnen. Zeitgleich mit dem Nuklear-Unfall in Fukushima hatte sich meine malerische Sichtweise ver\u00e4ndert. Die Streifen und Linien, die ich u\u0308ber und unter meine Bilder zu setzen begann und hineinwebte, lie\u00dfen mich so zun\u00e4chst an die verstrahlte Landschaft denken. Das Berry, die Uckermark, das Meer und andere Orte, die Ausgangspunkt meiner Landschaftsbeobachtungen sind, haben auch nach Fukushima nichts von ihrer Sch\u00f6nheit eingebu\u0308\u00dft. Dennoch ist ihnen nun in meiner Malerei ein Rhytmus und auch ein Konflikt eingeschrieben, der sich vibrierend hineinwebt. Der Mensch hat sich als Vertikale in meine Landschaften integriert, als Betrachter und Wirkender.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Landschaft l\u00f6st sich auf in Licht, Wasser, Wetter. Und durch den Menschen. Dank ihrer Schwerkraft setzt sie sich immer wieder aufs Neue zusammen. In ihren \u00dcberg\u00e4ngen enthu\u0308llt sie ihr Wesen, ihre Transzendenz und ihre Sch\u00f6nheit. 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